Südafrika – Safari für Einsteiger im Entabeni Game Reserve (Südliches Afrika Teil 1)

Wakeup-Call um 5:30 Uhr morgens – es ist noch dunkel draußen und nur die Vögel sind schon wach. Aufstehen, Katzenwäsche, anziehen, Kameraausrüstung schnappen und auf den Jeep klettern und dann ging es los. Unsere erste (Foto-) Safari in Südafrika. Das erste was wir sahen, waren Fußspuren von einem Flusspferd. Ein paar Minuten weiter dann ehrfürchtige Stille im Auto. Eine Giraffenfamilie beim Frühstück in der aufgehenden Sonne. Gänsehautfeeling pur. So darf Urlaub gerne anfangen. Leise erzählte uns unser Ranger Thapelo etwas über Giraffen, den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen, wie alt das Kleine war, was sie fressen etc.. Und wir fotografierten, als würden wir nie wieder in unserem Leben eine Giraffe sehen. Erst als der Giraffenbulle sich dazu entschloss weiterzuziehen, fuhren wir auch weiter, um ein paar Meter weiter direkt in das nächste „WOW“ zu geraten.

Giraffenfamilie beim Frühstück im Entabeni Safari Conservancy / Giraffe family at breakfast at Entabeni Safari Conservancy

2 Gepardenmännchen (Cheetah) hatten ein Gnu (Wildebeest) gerissen und saßen schon etwas gesättigt mit roter Schnauze in der Sonne – umringt von frechen kleinen Schakalen (Black Backed Jackal – auch BBJ genannt), die versuchten, auch etwas abzubekommen und immer wieder vertrieben wurden. Unser Ranger fuhr uns dann noch von der anderen Seite heran und wir konnten wunderbare Fotos machen und die Natur bestaunen.

Die Fahrt ging auch so aufregend weiter. Wir fanden einen großen männlichen Löwen mit Tochter und Sohn, die sich faul am Wegesrand lümmelten und gegenseitig dauernd zeigten, wer das Sagen hatte. Ganz eindeutig: der Papa 🙂 Das Töchterchen war eher etwas gelangweilt.

Auf der Fahrt zum Coffee Break, der mitten auf einer großen freien Fläche stattfand, blockierten zwei Breitmaulnashörner (White Rhino) den Weg – das taten sie übrigens zwei Tage später immer noch. Erst am dritten Tag sollten wir sie etwas aktiver sehen. Da war dann direkt aber mal richtig was los, weil der Vater, der zwischenzeitlich auch mitten auf der Straße lag, dem Junior versuchte klarzumachen, dass er jetzt mal langsam auf eigenen Füßen stehen müsse.

Breitmaulnashorn im Entabeni Safari Conservancy / White Rhino at Entabeni Safari Conservancy

Zurück in der Lodge war das erste Frühstück sehr leise. Alle waren hingerissen und überwältigt von der Natur und den Tieren, die wir gesehen hatten. Und das war ja erst der erste sogenannte Morningdrive im Entabeni Safari Conservancy im Nordosten von Südafrika.

Kaffeepause im Entabeni Safari Conservancy / Coffee break at Entabeni Safari Conservancy

Ralf und ich haben ja schon einige Orte auf dieser Erde gesehen, aber der Süden von Afrika war uns bisher immer noch fremd. Das sollte sich ändern, denn Ralf wollte „endlich mal“ nach Südafrika, Tiere sehen und fotografieren. Also haben wir uns einen schöne Route zusammengesucht und monatelang die Reise geplant und vorbereitet. Mitte September war es dann soweit. Über London flogen wir nach Johannesburg, nahmen unseren Mietwagen in Empfang und sausten im Linksverkehr auf der Autobahn gen Norden. Die Straßen sind überraschend gut; die Beschilderung zu den Nationalparks oder Game Reserves ist ausbaufähig. Das Navigationssystem war dann irgendwann doch überfordert, aber es gibt eine Menge unglaublich nette Menschen, die einem weiterhelfen. Irgendwann kamen wir dann doch an einem großen Tor mit hohem Zaun an. Ein paar hundert Meter weiter kam das zweite Tor, an dem wir auch überprüft wurden und dann … dann waren wir in der Wildnis. Mehr Tiere, als Menschen. Wir folgten den Schildern zum Entabeni Wildsite Camp und kamen in einer einfachen, aber schönen Lodge in der Mitte der Wildnis an.

Wildside Camp Entabeni Safari Conservancy

Ein Tented Camp, d. h. die Eckpfeiler eines Hauses und die Dachkonstruktion bestehen aus Holz oder so etwas ähnlichem, wie ein Reetdach; der Rest, also Wände und Fenster bestehen aus sehr groben, festen Zeltstoff. Die „Fenster“ kann man mit einem Reissverschluss öffnen und ein Mückengitter verhindert, dass ungebetene Gäste hereinkommen können. Reicht bei den Wetterverhältnissen völlig aus und man hat immer frische Luft.

Wildside Camp Entabeni Safari Conservancy

Entabeni ist ein Private Game Reserve  im Norddosten in der Limpopo Province im UNESCO Weltkulturerbe der Waterberg Region und liegt ca. 250km von Johannesburg entfernt. Entabeni, das soviel wie „wo der Berg sich erhebt“ bedeutet, wurde zu Füßen eines beeindruckenden Granitberges erbaut. Game Reserve bedeutet, dass es kein staatlicher Nationalpark ist. Zwischen den großartigen Felsformationen im 8.000 Hektar umfassenden Wildreservat gibt es u. a. Giraffen, Gerparden, Zebras, Flusspferde, Unmengen von Vogelarten, siebzehn verschiedene Antilopenarten und natürlich die „Big Five“.

Afternoondrive Entabeni Safari Conservancy

Es ist ein schöner Einstieg für Afrika-Anfänger, wie wir. Groß genug, damit die Tiere ihre Rückzugsmöglichkeiten haben und doch so überschaubar, dass man bei den Gamedrives auch wirklich (irgendwann mal…) was findet. Es ist halt kein Zoo, sondern die Wildnis, auch, wenn der Raum dafür begrenzt ist.

Zebra / Entabeni Safari Conservancy

Manchmal muss man dafür aber auch wirklich viel Geduld haben und Hartnäckigkeit haben. So, wie unser Ranger, der bei einem der nächsten Tage immer und immer wieder mit uns im Kreis fuhr, damit wir doch eine Chance haben, die kleinen Löwenbabies zu sehen.

Löwenmama mit den Kleinen im Entabeni Safari Conservancy / Her Lioness with the Lioncubs at Entabeni Safari Conservancy

Liebevoll „Her Lioness and the Lioncubs“ genannt. Die Kleinen waren so niedlich und noch so richtig tapsig.

Löwenbabies im Entabeni Safari Conservancy / The Lioncubs at Entabeni Safari Conservancy

Irgendwann haben wir sie dann doch gefunden und hatten wunderbare Minuten, in denen wir zuschauen durften, wie die Löwenmutter die Kleinen nach und nach an „normales“ Futter (ein Kudu) heranführte. Es war so bewegend, dass wir an diesem Tag kein anderes Thema mehr hatten.

Löwenmama mit den Kleinen im Entabeni Safari Conservancy / Her Lioness with the Lioncubs at Entabeni Safari Conservancy

Entabeni ist groß genug, dass Tiere auch mal eben „verschwinden“ können. Die Elefanten waren einfach weg. Spurlos nicht gerade, denn wir fanden ziemlich viele kaputte Bäume, angeknabberte Zweige und viele große Haufen, aber nirgendwo auch nur eine Rüsselspitze und das 3 Tage lang. Sie waren auf der Suche nach Futter in einen recht steilen Berg hinein geklettert. Dorthin konnten wir Ihnen nicht folgen. Also machten wir uns am letzten Tag beim letzten Drive mit unseren lieben Lodge-Nachbarn aus den Niederlanden (Tanja und Henry) auf zum oberen Teil von Entabeni, da, wo auch der gleichnamige Berg aus Granit steht. Hier gibt es auch noch ein paar Lodges und natürlich viele Tiere. Wir sind zwei mal hochgefahren, um den Sundowner zu genießen und es hat sich wirklich gelohnt.

Der Entabeni

Hier fanden wir dann auch endlich die Elefanten und hatten spontan ein hautnahes Erlebnis mit einem Elefantenbullen, der leicht erregt direkt hinter unserem Jeep langlief. Niemand bewegte sich, bis er vorbei war und sich wieder ein bißchen beruhigt hatte. Danach war der Sundowner auch wirklich angebracht 🙂 Unser letzter in Entabeni in einer tollen Kulisse und mit noch ein paar Tieren um uns herum.

Giraffe / Entabeni Safari Conservancy

Unser Fazit zu Entabeni bzw. dem Wildside Camp: Ein tolles Private Game Reserve und eine wunderbare Unterkunft. Unglaublich nette und herzliche Menschen fanden wir dort und es war für uns der perfekte Einstieg als Afrika-Neulinge. Wir haben jede Minute genossen.

Tiere sieht und hört man hier auch recht viele. Löwengebrüll hatten wir fast jede Nacht.

Löwenmännchen Entabeni Safari Conservancy / Male Lion Entabeni Safari Conservancy

Vor der Lounge gibt es 2 Bäume, in denen die Webervögel nisten. Die waren netterweise gerade beim Nestbau und somit hatten wir ausreichend Fotomotive.

Warzenschweine liefen ständig um uns herum und wir fanden eine quietschblaue Echse, die tagelang ein tolles Fotomotiv abgab.

Bunter Gast Entabeni Safari Conservancy

Noch ein paar Fakten zu Entabeni:

Es gibt einen unteren und einen oberen Teil, in dem sich jeweils mehrere Lodges befinden. Das Wildside Camp befindet sich, genau, wie die Lakeside und die Hanglip Lodge im unteren und größeren Bereich. Damit sind die Anfahrten zu den Drives sehr kurz und man ist mitten in der Wildnis.

Die Lodges sind nicht durch einen Zaun gesichert, d. h. man hat den ganzen Tag und auch nachts Tiere um sich herum – ja, auch mal größere. Zudem sollte man sich sehr umsichtig bewegen und erst mal schauen, ob der Weg zum Essen „frei“ ist. Sobald es dunkel ist, darf man nicht mehr alleine raus. Dann kommt ein Ranger und begleitet einen mit einer dicken Taschenlampe.

Die Lodges selber sind recht klein, d. h. es sind immer nur wenige Gäste. Es fahren auch nur Übernachtungsgäste durch das Conservancy (bzw. sie werden gefahren).  Menschen, die dort nicht übernachten, dürfen auch nicht rein. Es sind also immer recht wenig Menschen da.

Wildside Camp Entabeni Safari Conservancy

Einige der Tiere, z. B. die Lioness und einer der jungen Geparden, tragen Sender. Die sind allerdings nicht dazu da, sie zu finden. Die Ranger, die die Drives machen, haben keine Ahnung, wo sich die Tiere befinden; alle im Jeep müssen mitsuchen. Die Sender gehören zu einem Forschungsteam, welches außerhalb des Game Reserves sitzt und so ein paar der Tiere und ihre Bewegungen im Conservancy überwacht.

Gnus mit Oxpicker im Entabeni Safari Conservancy / Wildebeest with Oxpicker at Entabeni Safari Conservancy

Apropos Drives in Entabeni: Es gibt 2 davon pro Tag – je 3 Stunden mit einem Coffee Break oder Sundowner. Der Morning-Drive startete um 6 Uhr; der Afternoon-Drive um 16 Uhr. Damit hat man dann die beste Zeit zum Tiere finden und auch das beste Licht zum Fotografieren. Da wir im afrikanischen Frühling waren, sollte man sich schön warm anziehen. Der Jeep ist offen und man sitzt hinter dem Fahrer etwas erhöht, d. h. der Fahrtwind trifft einen direkt. Es gibt zwar meist Decken im Jeep, aber die helfen auch nur bedingt und auch, wenn es um 16 Uhr noch richtig warm ist, das ändert sich in Minuten und dann sind es spontan 10 Grad weniger. Dickes Fleece war wirklich notwendig; manchmal auch ein paar Schichten mehr – dann sieht man so aus, wie ein Michelinmännchen. Hilft aber.

Coffee Break im Entabeni Safari Conservancy

Unser doch recht einfaches Wildside Camp war sehr sauber; das Essen war großartig und zu trinken gab es auch genug und vor allem auch sehr leckeren Wein. Die Menschen in der Lodge waren an Herzlichkeit kaum zu überbieten.

Hier noch eine ausführliche Anfahrtsbeschreibung. Hierzu hatten 2 sehr liebe Mitreisende aus den Niederlanden und wir beim Auschecken zu angeregt. Kaum sind wir zuhause, ist es auch schon umgesetzt. Das soll mal ein deutsches Hotel nachmachen!

Dankeschön liebes Team vom Wildside Camp!

Danke an unseren großartigen Senior Ranger Thapelo

Thank you very much Thapelo – it was an great pleasure to join the drives with you. We´ve learned a lot!!

 

 

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