Das Northern Tuli Game Reserve in Botswana – Tiere und Natur ohne Zaun (Südliches Afrika Teil 2)

Das Northern Tuli Game Reserve  – unendliche Weiten … Hier gibt es keine Zäune wie in Südafrika, keine Häuser, keine Menschen, keine Autos – hier gibt es nur Natur, soweit das Auge schauen kann. Und man kann ganz schön weit schauen von einigen Punkten. Nach den ersten Eindrücken im Private Game Reserve Entabeni fuhren wir mit unserem Toyota Corolla gen Norden nach Botswana; nur ab und zu von einigen Schlaglöchern ausgebremst. Die Potholes sind teilweise aber echt groß und es erfordert wirklich ein sehr konzentriertes Fahren – naja, zumindest, wenn man mit einem Toyota Corolla unterwegs ist. Ein Geländewagen wäre hier echt die bessere Idee gewesen. Es gibt Cartoons in Südafrika, bei denen ein Giraffenkopf aus dem Pothole schaut – mehr muss man wohl zur Größe nicht sagen.

Schlaglöcher / Potholes

An der Grenze von Südafrika und Botswana beim Pont Drift, fuhren wir durch das breite und völlig ausgetrocknete Flussbett des Limpopo. Im Vorfeld hatten wir uns ja fast Sorgen gemacht, wie wir da rüber kommen, wenn Wasser im Limpopo sein sollte, aber diese Sorgen waren völlig unbegründet. Es gibt so einige Möglichkeiten, wie man auf die andere Seite kommt. Die umliegenden Lodges, wie also auch unsere Tuli Safari Lodge, holen, wenn es nicht mehr selber geht, ihre Gäste mit einem Jeep ab. Sollte jedoch wirklich viel Wasser im Fluss sein, dass auch das nicht mehr geht, dann gibt es eine Mini-Seilbahn – ein Cable Car, was Mensch und Gepäck auf die andere Seite bringt. Das Auto muss dann aber an der Grenze bleiben. Das sollte man wissen, wenn man weiter nach Norden fahren möchte, denn eine andere Brücke ist hier weit und breit nicht vorhanden.

Pont Drift – Grenze zwischen Südafrika und Botswana / Pont Drift – Border Southafrica and Botswana

Nach der Grenze fuhren wir nur noch eine kurze Schotterstrecke (spätestens hier wäre ein Geländewagen die bessere Wahl gewesen) durch trockenes und beige-graues Gelände und bogen dann ab zur Tuli Safari Lodge. Direkt hinter der Toreinfahrt befanden wir uns in einer anderen Welt – wie ein Oase. Es war grün. Überall. Und wunderschön. Wir wurden mit heißen Tüchern und einem Getränk sehr herzlich empfangen und erst mal in die Lounge geführt, wo wir die Lodge erklärt bekamen. Die Tuli Safari Lodge hat 10 wunderschön eingerichtete Tented Suites und hat auch keinen Zaun, aber einige natürliche Hindernisse, wie eine Felswand und den Limpopo als Begrenzung. In der Lodge liefen einige Buschböcke über das Gras und wir sahen viele bunte Vögel.

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Die Lodge war bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Farm und vieles deutet auch heute noch darauf hin. Die Bar ist um einen riesigen alten Baum herumgebaut, auf den der Großvater früher seine Enkelin gesetzt hat, wenn Löwen in der Nähe waren.

Nach kurzer Rast und ein paar sehr leckeren Sandwiches fanden wir uns zum High Tea wieder in der Lounge ein.

Sandwiches

Dort lernten wir unseren Guide Thato kennen, der uns in den nächsten 3 Tagen alleine durch die Gegend fuhr. Wir waren nämlich die einzigen Gäste, da wir in der tiefsten Nebensaison dort waren. Aber selbst, wenn dort Gäste wären (wie an unserem letzten Tag), es verläuft sich und es ist trotzdem völlig still.

Auf unserem ersten Afternoon Drive, der uns in die großen weiten Ebenen des Northern Tuli Game Reserve führte, fanden wir schnell Geparden (Cheetah). Mutter mit 3 Jungen und das gleich in doppelter Ausführung – also 8 Geparden in 30 Minuten.

Gepardenfamilie / Cheetah / Northern Tuli Game Reserve

Es war eine solche Freude, die jungen Geparden zu beobachten, die unseren Jeep und uns richtig spannend fanden. Einer versuchte sogar über den Sitz, der vorne links am Jeep angebracht ist, auf unseren Jeep zu klettern. Er probierte auch aus, ob der Sitz essbar ist. Ralf hat davon ein kleines Video gemacht, welches Ihr hier findet.

Junger Gepard / Young cheetah / Northern Tuli Game Reserve

In keinem Moment hatten wir Angst, weil es eine völlig entspannte Situation war und sich beide Seiten völlig neugierig anschauten. Die anderen Kleinen spielten fröhlich umher oder lagen faul unter dem Baum. Wir waren so völlig begeistert, dass wir gar nicht weg wollten.

Junger Gepard / Young cheetah / Northern Tuli Game Reserve

Auch ein Highlight des ersten Tages war der Sundowner – diesmal nicht wegen der untergehenden Sonne, sondern wegen des im Northern Tuli Game Reserve vorkommenden niedlichen Rüsselspringers (Elephant Shrew). Die Kleinen waren so schnell und hektisch unterwegs, dass es im Dämmerlicht uns nicht möglich war, ein wirklich scharfes Bild von ihnen zu machen. Aber wir hatten viel Spaß dabei zuzuschauen, wie sie sich die schmelzenden Eiswürfel aus unserer Kühlbox mit den kleinen Echsen teilten (Video).

Rüsselspringer / Elephant Shrew / Northern Tuli Game Reserve

Zurück in der Lodge gab es ein traumhaftes Abendessen mitten auf der Wiese der Lodge beleuchtet von vielen Kerzen und Laternen. Wir aßen Impala Steak mit frischem Gemüse und tranken dazu einen leckeren südafrikanischen Wein. Was wir sehr angenehm fanden, war, dass unser Guide jeden Tag mit uns gegessen hat. Frühstück, High Tea und Dinner. Zeit, sich kennenzulernen und viel zu lachen.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon um 5 Uhr. Hier war alles etwas früher dran. Es gab ein Mini-Frühstück – heißes Porridge mit Honig aus Botswana. Was ein Traum. Damit klettert man doch dann fast gerne vor sechs Uhr morgens in einen Jeep.

Früh am Morgen / Early in the Morning / Northern Tuli Game Reserve

Das Morgenlicht hier in Botswana ist noch schöner, als in Entabeni. Die rötlichen Felsen spiegelten es zurück und über der Ebene lag ein weiches Licht. Und in diesem Licht fanden wir Zebras, Giraffen, Impalas, Elands (eine riesige Antilope) und kleinere Tiere, wie Mangusten, Klippschliefer (Dassie) und Eichhörnchen und vieles mehr.

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Wir lernten auch den Nationalvogel von Botswana kennen – den Kori Bustard. Der schritt sehr aufrecht und elegant zur die Landschaft, drehte uns allerdings immer den Rücken zu, sobald wir die Kamera hoben, aber irgendwann erwischten wir ihn dann doch.

Kori Bustard / Northern Tuli Game Reserve

Außerdem lernten wir, dass das Zebra das Nationaltier von Botswana ist. Davon gibt es im Northern Tuli Game Reserve viele und auch eine Menge sehr junge Tiere.

Zebra / Northern Tuli Game Reserve

Das Highlight dieses Tages war jedoch eine Tüpfelhyänenfamilie mit mehreren Jungen, die fröhlich in der Morgensonne spielten. Sie waren genau so neugierig, wie der junge Gepard und kamen auch ganz nah an uns heran (Video).

Baby Hyäne / Baby Hyena / Northern Tuli Game Reserve

Thato gab sich eine solche Mühe, den Jeep so nah, wie möglich an die Kleinen heranzufahren, ohne zu er- oder verschrecken und es gelang ihm. Wir haben so wunderbare Momente mit der Hyänenfamilie gehabt und auch ein paar davon fotografieren können.

Baby Hyäne / Baby Hyena / Northern Tuli Game Reserve

Einen Guide zu haben, der weiß, wie man an Tiere heranfährt, ohne sie zu erschrecken, zu gefährden oder zu verjagen und gleichzeitig uns das beste Licht auf die Tiere zu bieten und uns nicht zu gefährden, ist mehr als Gold wert!

Baby Hyäne / Baby Hyena / Northern Tuli Game Reserve

Den Coffee Break hatten wir dann unter einem 600 Jahre alten Baobab, der auf einer großen weiten Fläche stand. Ein Traum-Motiv.

Frühstück / Breakfast / Northern Tuli Game Reserve

Nach der Rückkehr gab es Frühstück in der Lodge. Der Barmann hatte uns ab Abend vorher lachend gesagt, dass man sich die größte Mühe geben würde, dass wir jede Mahlzeit an einem anderen Ort essen würden – bisher klappt es. Unter dem großen Baum in der Mitte der Lodge stand ein leckeres Frühstück für uns drei bereit.

Frühstück / Breakfast / Northern Tuli Game Reserve

Der Afternoondrive war – verglichen mit dem morgendlichen Ausflug – nicht ganz so spektakulär, dafür sahen wir aber wunderbare Landschaft und viele tolle Ausblicke.

Weiter Blick / Northern Tuli Game Reserve

Wir fanden Gnus, Zebras, BBJ (also Schakale), Giraffen, Elefanten, Strausse, einen afrikanischen Fuchs und die afrikanische Antwort auf das Känguru, unsere Geparden und und und …

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Unser Sundowner wurde jäh durch die Sichtung eines Leoparden unterbrochen und wir rasten mit dem Jeep zu ihm. Jetzt wissen wir, wie schnell man mit einem Toyota Jeep mit Blattfedern offroad fahren kann. Ziemlich schnell! Den Leopard fanden wir liegend auf einem Felsen. Von hinten. Im Dunkeln. Na super. Ok, man kann erkennen, dass es ein Leopard ist – das war es dann aber auch schon. Auch, wenn wir fast eine Stunde dort warteten, er rührte sich nicht mehr, als kurz mal den Kopf zu heben.

Leopard / Northern Tuli Game Reserve

Zurück in der Lodge erwartete uns ein romantisches Dinner. Auf der Terasse unserer Suite war der Tisch gedeckt mit Blüten und Kerzen und schöner afrikanischer Deko. Ein Traum und ein wunderbarer Abend zu zweit.

Romantisches Dinner / romantic dinner / Northern Tuli Game Reserve

Am nächsten Morgen erwartete uns schon die  nächste Überraschung auf dem Rasen vor der Lounge – ein – naja, sagen wir mal, ein halber Buschbock. Den Rest hatte ein Leopard gefuttert. Hmmm, der von gestern vielleicht? Wir werden es nie erfahren.

Der anschließende Morningdrive war schon wieder etwas ganz Besonderes. Endlich, endlich fanden wir im Land der Elefanten auch Elefanten. Denen ist es derzeit einfach zu trocken zu dieser Jahreszeit und so wandern sie über den ausgetrockneten Limpopo rüber nach Südafrika und versuchen an das saftige Grün der dortigen Farmen zu gelangen. Die Farmer haben leider Knaller (böse für die Ohren der armen Elefanten), die hochgehen, wenn sie durch eine Lichtschranke ausgelöst werden. Dieses Geknalle hörten wir jede Nacht viele Male, aber auch hier – keine Rüsselspitze in Sicht. Bis heute!

Elefant / Elephant / Northern Tuli Game Reserve

Das Frühstück gab es heute wieder an einem anderen Ort. Diesmal mit der botswanischen Antwort auf Bolognese – sooo lecker. Irgendwie schaffen wir es in jedem Urlaub mindestens einmal Bolognese zu essen oder zu kochen – ich glaube, darüber müssen wir mal einen Artikel schreiben 🙂 .

Der letzte Afternoondrive, der uns auch in ein anderes Gebiet (Mashatu Game Reserve) mit völlig anderer Vegetation führte,hatte auch wieder eine Überraschung parat. Unsere Gepardenfamilie war unterwegs.

Gepardenfamilie / Cheetah / Northern Tuli Game Reserve

Diesmal konnten wir sie sogar in Bewegung sehen. Außerdem sahen wir viele Giraffen und ein – noch fast – Giraffenbaby. Es hüpfte seiner Mutter hinterher und war so niedlich unbeholfen noch dabei, dass wir gar nicht weiterfahren wollten.

Giraffenbaby / Baby Giraffe / Northern Tuli Game Reserve

Der Drive endete dann mit den Sundowner an unserem schönen Baobab. Diesmal mit einem traumhaften Sonnenuntergangshimmel. Auch hier konnten wir uns alle nicht losreißen, so schön war es.

Sundowner / Northern Tuli Game Reserve

Zurück in der Lodge erwarteten uns eine große Gruppe englischer Rentner und ein großes Buffet. In der Tuli Lodge gibt es eine sehr schöne Tradition – abreisende Gäste (also in diesem Fall wir) werden mit dem hauseigenen Chor verabschiedet. Und singen können sie wirklich toll. Wir waren ganz hingerissen und jetzt noch wehmütiger, als sowieso schon.

Der letzte Morningdrive, den wir noch früher und etwas kürzer machten, zeigte uns einmal mehr, wie wunderschön es hier ist. Wir wollten gar nicht weg und wir wollen unbedingt wiederkommen!

 

Tuli Safari Lodge / Botswana

Vielen Dank an das Team der Tuli Safari Lodge!

Und vielen vielen Dank an unseren grandiosen Guide Thato – thank you Thato for the days we spent with you. It was a great pleasure!


Und hier noch die Links zu den anderen Artikeln unserer Reise: 

Südafrika – Safari für Einsteiger im Entabeni Game Reserve (Südliches Afrika Teil 1)

Das Tlopi Tented Camp – Schlafen in der Wildnis im Marakele National Park (Südliches Afrika Teil 3)

Das Thakadu River Camp im Madikwe Game Reserve – Tiere, Tiere, Tiere … (Südliches Afrika Teil 4)


Inzwischen haben wir auch kleine Videos aus den unterschiedlichen Stationen zusammengestellt:

Entabeni

Tuli

Marakele

Madikwe

Pilanesberg (kommt noch 🙂 )

 

 

 

 

 

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