Das Thakadu River Camp im Madikwe Game Reserve – Tiere, Tiere, Tiere … (Südliches Afrika Teil 4)

Eines hatten wir uns ja für den Urlaub vorgenommen – Abwechslung! Dementsprechend hatten wir nach Entabeni, der Tuli Safari Lodge in Botswana und dem Tlopi Tented Camp im Marakele Nt. Park eine wüste Mischung schon hinter uns. Wildnis, Luxus, Zeltcamp. Nachdem wir also die Affenattacke im Camp überlebt hatten, sausten wir wieder über die Holperstrecke dem nächsten Abenteuer entgegen. Da die „direkte“ Strecke zwar superkurz aussah auf der Landkarte, uns aber jeder davon abriet (ja, wieder die bösen Schlaglöcher), beschlossen wir über Sun City, am Pilanesberg National Park vorbei zufahren. Das war zwar wesentlich länger und unser Navi sagte wüste Zeiten voraus, aber zumindest sollte die Straße besser sein. Ja, das war sie – zumindest bis ca. 30 km vor dem Ziel; da ging es dann mit einer Holperstrecke weiter, aber die war echt Kinderkram, wenn man sie mit unserer Erfahrung im Norden vergleicht.

Netterweise ist ab kurz hinter Sun City die Thakadu River Camp ausgeschildert. Das machte es wesentlich einfacher. Kurz hinter bzw. am Ende eines kleinen Städtchens Molatedi gab es plötzlich einen Wegweiser nach rechts ab. Vollbremsung! Rückwärtsgang und ab gehts nach rechts.

Wegweiser zum Thakadu River Camp / Sign to Thakadu River Camp / Molatedi

Wieder mächtiges Geholper. Wir wollten gerade umdrehen, weil es immer schlimmer wurde, da kam uns ein Jeep entgegen. Die Dame darin, wie sich später herausstellte die Managerin des Thakadu River Camps, meinte nur locker, wir sollten ihr folgen. Gesagt, getan und wir hoppelten mit unserem Corolla hinter dem Jeep her. Nach wenigen Minuten waren wir da. Etwas irritiert, weil das Navi noch 90 Minuten anzeigte. Uns war das völlig egal, denn es war wunderschön. Das Camp liegt direkt an einem kleinen Fluss – da sind Tierbeobachtungen schon fast an der Tagesordnung.

Wir wurden herzlich empfangen mit heißen Handtüchern und Getränken. Als erstes gab es Mittagessen – oh, wie lecker!!!! Wir ahnten, dass das übel würde für die Weite unserer Hosen 🙂 Es gibt immer 3 Gänge – Süppchen vorweg, dann ein großes Holzbrett mit vielen kleinen Schüsselchen – 3 Mal Salat und was Heißes dazu. Und der Nachtisch *seufz* … sooo lecker… An den nächsten Tagen verzichteten wir dann allerdings immer auf die Suppe vorweg und meist auch auf den Nachtisch, weil es einfach zu viel war – auch, wenn es noch so lecker war…

Mittagessen / Lunch / Thakadu River Camp

Nach dem reichlichen Mahl, gingen wir entlang des Flusses, bis wir unsere Tented Suite erreichten. Toll. Alle Suites liegen so weit auseinander, dass die Privatsphäre kein Thema ist und man hat immer einen Blick auf den kleinen Fluss.

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Um 15:30 Uhr gab es dann Tee und Kakao mit Keksen und dann fuhren wir los mit unserem Guide Jerry. Er meinte, wir sollten mal nach den Geparden suchen, weil die hätten jetzt schon mehrere Tage keine Beute mehr gerissen und so langsam wäre das mal wieder fällig. Gesagt getan. Er sauste durch das Game Reserve, was wirklich riesig ist. Hinter einer kleinen Bergkette machte Jerry dann eine Vollbremsung, Rückwärtsgang rein (irgendwie kam mir das bekannt vor…), sprang aus dem Auto und suchte … Er fand ein frisch gerissenes Kudu, aber kein Raubtier weit und breit. Langsam fuhren wir weiter und dann sahen wir zwei noch hechelnde Geparden, die völlig fertig unter einem Gestrüpp lagen und fast schliefen vor Erschöpfung. Wir schreckten sie auf und einer der beiden Brüder machte sich dann daran, das Kudu aufzubrechen und zu fressen.

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Jetzt musste es für die beiden schnell gehen, denn sobald die Beute „geöffnet“ ist, riechen das natürlich die anderen Raubtiere und gegen Löwen und Hyänen haben Geparden keine Chance. Also hieß es reinhauen für die beiden.

Der andere Gepard kam auch dazu und seinem Bruder, der die ganze Arbeit des „Öffnens“ hatte, dann doch etwas zu nah – der biss ihm dann mal schwups in die Nase. Ja, bei Essen kennen anscheinend auch Gepardenbrüder keinen Spaß (Video).

Geparden mit gerissenem Kudu / cheetah with their kill / Madikwe Game Reserve

Vorbei an einigen Zebras fuhren wir mehrere Wasserlöcher ab, bei denen wir dann auch Elefanten fanden (Video).

Elefant / Elephant / Madikwe Game Reserve

An einem anderen Wasserloch fanden wir dann auch 2 White Rhinos (Mutter und Kind). Das Kleine war wirklich niedlich und spiegelte sich so schön im Wasser (Video).

Baby-Rhino / Madikwe Game Reserve

Zwischendurch sahen wir dann noch Zebras, Giraffen beim Tête-á-Tête, Impalas und weitere Antilopen, Gnus, und, und und …

Zebra / Madikwe Game Reserve

Der Sundowner war dann auch recht entspannt – Gin Tonic im Bush –  wurde ab sofort für Madikwe Tradition beim Sundowner.

Sundowner / Madikwe Game Reserve

Auf dem Rückweg fand Jerry dann 4 kleine Schakalbabies alleine im Bush. Die Eltern waren wahrscheinlich auf der Jagd. Die Kleinen waren so toll getarnt, dass wir sie echt übersehen hatten. Wir schon – Jerry nicht. Entzückungsquietscher breiteten sich im Auto aus – die Kleinen waren auch wirklich zu süß. Wir konnten uns gar nicht losreißen von diesen süßen Fellknäueln. Hier übrigens ein Video von Kleinen.

Schakal-Babies / Tiny little Jackalbabies / Madikwe Game Reserve

Zurück in der Lodge gab es ein tolles BBQ (Braii) in der Boma. Wunderbar lecker und völlig entspannt. Auf dem Rückweg fing es leise an zu tröpfeln – Regen im Busch. Alle warteten sehnlichst darauf. Es regnete viel in dieser Nacht und am nächsten Morgen immer noch ein paar Tröpfen.

Der Wake-Up-Call um 5:30 Uhr war einer der ganz besonderen Art – 2 Enten flogen den Fluss entlang und schnatterten sich einen – ein Höllenlärm. Meine Güte – das ganze Camp war wach. Den richtigen Wake-Up-Call macht übrigens ein ca. 2 m großer Mann mit einer unglaublich tiefen Stimme. Wow – what a voice!

Beim Morningdrive fanden wir als erstes ein White Rino direkt in der Nähe der Lodge.

Breitmaulnashorn / White Rhino / Madikwe Game Reserve

Anschließend genossen wir einen traumhaften Sonnenaufgang und die schöne Landschaft.

Madikwe Game Reserve

Wir fuhren quer durch das Game Reserve auf der Suche nach – naja, eigentlich den Wildhunden. Die fanden wir nicht, aber wir fanden viele Spuren von Büffeln und Löwen – große Verfolgungsjagd in der Nacht? Zwei ältere männliche Löwen fanden wir dann auch. Die waren ziemlich verschlafen und einer war auch verletzt. Der andere Löwe, der wohl vor kurzem die Herrschaft über sein Rudel verloren hatte, fütterte den verletzten Löwen mit durch. Trotzdem sah dieser schon recht jämmerlich aus.

Verschlafener Löwe / Sleepy lion / Madikwe Game Reserve

Coffee Break gab es dann ganz im Norden – fast an der Grenze zu Botswana. Hier waren am Tag vorher angeblich Unmengen von Wildhunden herumgeturnt. Und jetzt? Gähnende Leere. Dafür hatten wir viel Freude mit ein paar Elefanten.

Elefanten am Wasserloch / Elephants at the waterhole / Madikwe Game Reserve

Auch ganz kleine Rüsselchen waren dabei.

Elefant / Elephant / Madikwe Game Reserve

Auf jeden Fall hatten sie Spaß mit und im Schlamm 🙂

Elefant / Elephant / Madikwe Game Reserve

Anschließend gab es erst mal ein entspanntes und sehr leckeres Frühstück in der Lodge.

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Nach und nach kam die Sonne raus und wir genossen die Ruhe und die Tiere auf der Terasse unserer Tented Suite. Das Mittagessen verbrachten wir dann mit Brigitte und Michi aus Wien auf der Terasse direkt am Pool. Von dort aus konnte man schön den Fluss beobachten und Zebras, Kudus, Wasserböcke und Impalas sehen.

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Zum Afternoon Drive gab es dann etwas Aufregung. Eine größere Gruppe war angereist und bestand darauf, mit Jerry zu fahren und zwar alle zusammen. Das hieß für die Organisatoren – alles umwerfen und die Besetzung der Jeeps neu organisieren. Was ein Stress. So kamen wir zu einem neuen Guide (Kenny) und einem komplett deutschsprachigen Jeep – eine Schweizer Familie mit 2 süßen Töchtern, unsere beiden Wiener, ein lustiges Pärchen aus dem Ruhrpott und wir – was hatten wir einen Spaß im Auto. Kenny hatte nicht so viel Glück wie Jerry, aber wir fanden dann trotzdem einige Rhinos (Video), ein Krokodil (mal etwas ganz Neues), viele Elefanten, Löwen, Kudus, Büffel.

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Der Sonnenuntergang war traumhaft schön und wir konnten uns gar nicht losreißen von dem Anblick.

Sonnenuntergang / Sunset / Madikwe Game Reserve

Wir machten mit unserer lustigen Gruppe schöne Fotos und Hüpf-Videos 🙂 und fuhren dann lachend zurück zur Lodge. An dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön an unsere Mitfahrer – es war super lustig mit Euch!

Sundowner / Madikwe Game Reserve

Das abendliche BBQ war wieder großartig und lecker und danach fielen wir todmüde ins Bett.

Dinner / Madikwe Game Reserve

Am nächsten Morgen machten wir uns ziemlich verschlafen auf den Weg. Die Enten hatten ihren Wake-Up-Call vergessen und wir wurden durch lautstarkes Diskutieren im Nachbar-Zelt geweckt. Zudem war es fies kalt (unter 10 Grad) geworden und alle waren eingemummelt in Fleece, Schal, Mützen, Decken etc. Wir kamen kaum auf den Jeep, so eingemummelt waren wir. Schön eingemuckelt auf dem Jeep sahen wir als erstes 2 Tüpfelhyänen und dann 2 Black Rhinos, also Spitzmaulnashörner – inzwischen leider sehr sehr selten, weil auch sie den Wilderern zum Opfer fallen, die ihre Hörner für irgendeinen Voodoo brauchen.

Spitzmaulnashorn / Black Rhino / Madikwe Game Reserve

Die beiden waren leicht aggressiv und setzten mehrfach zum Rammen des Jeeps an. Unglaublich, wie schnell man wach sein kann!

Spitzmaulnashörner / Black Rhino / Madikwe Game Reserve

Kenny konnte sie glücklicherweise davon abhalten und wir hatten die Chance, diese seltenen Tiere zu beobachten und schöne Fotos zu machen. Was ein Erlebnis! (Video)

Spitzmaulnashörner / Black Rhino / Madikwe Game Reserve

Auf diesem Ausflug fanden wir noch viele bunte Vögel, Löwen, Elefanten, Zebras, Gnus, noch mehr Zebras und einige White Rhinos. Heute hatten wir auch etwas mehr Zeit, Vögel zu fotografieren.

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Zum Coffee Break wurde es dann langsam etwas wärmer und wir genossen den Kaffee in der Sonne. Zurück in der Lodge frühstückten wir in der Sonne auf der Terrasse (Danke Brigitte für den Tipp!!!!) Auch das Mittagessen gab es dort und wir genossen einen entspannten Tag am Fluss – leider inzwischen alleine.

Der Afternoondrive war dann spontan etwas ganz anders, als gedacht. Die Besetzung der Jeeps wurde wieder völlig durcheinander gewürfelt und wir saßen zwar im Jeep bei Kenny, aber mit einer ständig schnatternden spanischen Familie in einem Jeep. 4 Erwachsene, 4 kleine Kinder, die sich erst mal dadurch beliebt machten, in dem sie zu spät kamen und ohne Unterbrechung redeten. Ach herrje, das konnte ja heiter werden.

Wir sahen an diesem Tag wirklich viele Elefanten. Richtig viele und es war schön, sie zu beobachten, wie sie langsam an uns vorbeigingen. Hier gibt es ein Video dazu.

Elefant / Elephant / Madikwe Game Reserve

Der Sundowner fiel heute etwas kürzer aus, denn wir wollten ja noch die Löwenbabies suchen.

Sundowner / Madikwe Game Reserve

Die Suche nach den Löwenbabies dauerte eine ganze Zeit. Mehrere Jeeps zusammen suchten in einem Gebiet nach ihnen, um dann langsam einzeln an sie heranzufahren. Alles offroad über richtig dicke Feldsbrocken. Immer schön langsam und vorsichtig.

Angekommen an den Löwenbabies kam dann aber der Knüller (Video)- vor uns lagen ein paar erwachsene Löwinnen, ein paar Teenager und die Kleinen. Was ein Bild.

Löwin mit Kleinen / Her Lioness with the Cubs / Madikwe Game Reserve

Mama Löwe fand das spanische Geplapper aus unserem Auto nicht wirklich gut und fauchte unseren Jeep mächtig an. Irgendwo hinter unserem Jeep konnte man den männlichen Löwen hören – aber nicht sehen. Aber er war da. Wahrscheinlich sah er uns, aber wir ihn nicht. Wir hörten ihn nur. Dann kletterte einer der Spanier außen am Jeep herum; direkt vor den Löwen – keine wirklich gute Idee und ziemlich gefährlich.

Löwenmama / Her Lioness / Madikwe Game Reserve

Die kleine Löwen waren aber echt süß. Anders, als in Entabeni konnten wir auch lange zuschauen – bis wir dann doch zurück zur Lodge mussten – Abendessen.

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Unser letzte Gamedrive begann etwas ruhiger, denn Kenny hatte im Jeep für Ruhe gesorgt. Aber kalt war es heute wieder. Also mummelten wir uns wieder in die Decken und fuhren los.

Auf unseren Wunsch fuhr Kenny in eine abgelegene Region, da wir dort die Wildhunde vermuteten. Leider fanden wir sie auch heute nicht. Dafür fanden wir Rhinos, Elefanten und 2 junge Geparden, die es geschafft hatten, den Zaun zu einer Forschungseinrichtung zwischen sich zu bringen. Kenny half den Forschern, die Geparden wieder zu vereinigen. Mit einiger Verspätung kamen wir so zum letzten Frühstück – wieder auf der Terrasse mit Blick auf den Fluss und die Tiere dort.

Letzter Morningdrive / Last Morningdrive / Madikwe Game Reserve

Nun hieß es packen und ab zur nächsten Station – dem Black Rhino Reserve; einem privaten Bereich des Pilanesberg National Park.

Many thanks to the Team of the Thakadu River Camp!

Thank you very much Jerry and Kenny for for the amazing trips.

It was a great pleasure for us!


Und hier noch die Links zu den anderen Artikeln unserer Reise: 

Südafrika – Safari für Einsteiger im Entabeni Game Reserve (Südliches Afrika Teil 1)

Das Northern Tuli Game Reserve in Botswana – Tiere und Natur ohne Zaun (Südliches Afrika Teil 2)

Das Tlopi Tented Camp – Schlafen in der Wildnis im Marakele National Park (Südliches Afrika Teil 3)


Inzwischen haben wir auch kleine Videos aus den unterschiedlichen Stationen zusammengestellt:

Entabeni

Tuli

Marakele

Madikwe

Pilanesberg (kommt noch 🙂 )

Mini-Elefant / tiny little elephant / Madikwe Game Reserve

 

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