San Gimignano – das Manhattan der Toskana

San Gimignano sieht man schon von weitem, wenn man sich südlich von Florenz befindet. Es thront oben auf einem Berg und die alten Türme der Stadt recken sich dem blauen Himmel entgegen – umschwirrt von Vögeln, die sich um die Ecken jagen.

Mal eben durch die Stadt durchfahren kann man getrost vergessen. Sie besteht irgendwie nur aus kleinen verwinkelten Gässchen, in denen oft Autos nicht mal erlaubt sind. Dafür gibt es in jeder Gasse etwas Neues zu entdecken. Kleine putzige Läden, schöne Haustüren, ein unerwarteter Blick, ein fantastisches Restaurant, ein Metzger oder auch einen Platz mit vielen Touristen aus aller Herren Länder.

Als wir Mitte September dort ankamen, waren die Ferien in allen europäischen Ländern fast vorbei und es leerte sich gerade. Trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, morgens von den Menschen überrollt zu werden.

Wenn die Tagestouristen wieder in ihren Bussen weitergezogen sind, dann kehrte diese wunderbare, leicht verschlafene Stimmung ein, die sich bis zum Morgen hält.

Die Stadt selber ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes und soll ca. 200 v.Chr. bereits besiedelt worden sein. Ihr Reichtum beruhte zu einem großen Teil auf dem Anbau und Handel mit Safran. Die hohen, einst über 70 Türme, die sog. Geschlechtertürme, blieben der Stadt lange erhalten – u. a. auch, weil San Gimignano selber lange keine große Bedeutung in der Toskana spielte. Die Türme sind das Ergebnis eines Wettstreits der in San Gimignano ansässigen Handelsfamilien. Die, die den höchsten Turm hatte, hatte auch den größten Einfluss. Also, wie immer …

Quer durch die Stadt zieht sich eine Fußgängerzone, die allen bietet, was man in der Toskana so erwartet: von der Metzgerei über den Töpferladen bis zum Handtaschen-Shop. Und auch hier kann man wirklich schöne und vor allem auch leckere Sachen entdecken.

Mitten in der Stadt findet man auch die Gelateria Dondoli, die „das beste Eis der Welt“ macht – so die einhellige Meinung. Wir haben unterschiedliche Sorten probiert und uns nach dem ersten Schleck der Meinung spontan angeschlossen – was ein Genuss! Die Menschen stehen 50-100 Meter dafür an – heute wissen wir: zu Recht!

Gelateria Dondoli

Gelateria Dondoli

Gute Restaurants haben wir auch gefunden – dank Jana und Alex, die den Ort in und auswendig kennen und öfters mit ihrer Tochter dorthin fahren. Sie empfahlen uns das Peruca` und direkt an der Piazza Sant´Agostino die Locanda Di Sant´Agostino. In beiden haben wir mehrfach und wunderbar gegessen – in der Locanda waren die Bruschetta die beste, die ich je gegessen habe.

Das Peruca´ ist eines der besten Restaurants, in denen ich je essen durfte. Ein klassischer Familienbetrieb, der mit einem großen Können tolle Gerichte zaubert. Es gibt zudem einen wirklich gut sortierten Weinkeller, aus dem der Schwiegersohn des Hauses immer wieder die besten und erschwinglichen Tropfen zaubert. Unsere Favoriten von der Menükarte waren:

  • Fagottini del contadino (mit Birnen und Pecorino gefüllte Nüdelchen in einer traumhaften Sauce)
  • Pappardelle al cinghiale (Papardelle mit Wildschwein)
  • Coniglio abbracciato a modo mio (gefülltes Kaninchen in einer Trüffel-Vernaccia-Sauce)

Gewohnt haben wir übrigens bei Barbara – auf dem Weingut Borgo Tollena, das wir nur weiterempfehlen können. Die wenigen Apartments sind landestypisch eingerichtet und absolut sauber. Es gibt einen kleinen Pool und meist gibt es einmal in der Woche ein toskanisches Dinner – gekocht von der Chefin Barbara und ihren Damen.

Barbara hat auch in der Hauptstraße von San Gimignamo einen sehr schönen Laden – nach unserer Meinung wirklich den schönsten und ihr Wein ist superlecker, so dass wir auch 2 Kisten ausgewählter Flaschen mit nach Hause nahmen.

Überhaupt war unser Auto so voll, dass wir wirklich Bedenken hatten, ob sie uns im Autozug ab München überhaupt noch mitnehmen. Haben sie!

Zuletzt noch einer der schönsten Momente des Urlaubs – morgens vor 7 Uhr wenn man von abfahrenden Gästen geweckt wird und das hier entdeckt …. Danke für´s Wecken! Grazie Mille!

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